Wo

Tja, wo nur?

Ich für meinen Teil befinde mich in Philadelphia, während ich diese und andere Zeilen verfasse.

Zwar bin ich keiner der so genannten Experten für US-Geschichte, doch sollte mein Wissen genügen, um auf die besondere Rolle Philadelphias bei der Entstehung der USA aufmerksam zu machen:

Philadelphia ist quasi die Wiege der amerikanischen Nation. Hier war der Ort, an dem 1776 die Declaration of Independence verkündet wurde und Thomas Jefferson nebst anderen die vielleicht wichtigsten Worte der letzten 250 Jahre zu Papier brachte:

„We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.“

Aber das sei nur am Rande für diejenigen erwähnt, die schon immer mal wissen wollten, warum die Philadelphia 76ers eigentlich Philadelphia 76ers heißen.

Zwischenzeitlich war Philadelphia dann Hauptstadt der USA, bis ein langwieriger aber schmerzhafter ökonomischer und politischer Abstieg begann. Dieser hat vor wenigen Tagen seinen vorläufigen Tiefpunkt erreicht, als Philadelphia den Status der fünftgrößten Stadt des Landes nach Einwohnerzahlen an Phoenix abgeben musste.

Nicht mal mit dem Kinderkriegen scheint es hier so richtig zu klappen.

Dafür kann Philadelphia mit einer wirklich sehr lebhaften Kunst-, Musik- und Gastronomieszene auftrumpfen und ist auch rundum eine lebenswerte Stadt, in die ich mich zurzeit leichter als gedacht einlebe.

Einmalig ist sicherlich der so genannte 1st Friday. Damit ist der erste Freitag des jeweils neuen Monats gemeint, an dem in old city fast alle Galerien und Geschäfte (von denen es wahrlich viele gibt) bis nachts umsonst Essen und Getränke ausgeben. Das Ganze wird von zahlreichen Musikkapellen verschiedener colouer begeleitet und ist mit dem Bergmannstraßenfest in Kreuzberg vergleichbar. Nur halt einmal pro Monat.