Warum

In manche Menschen verliebt man sich auf den ersten Blick. In manche auf den zweiten, in andere wiederum auf den letzten und in die meisten Menschen verliebt man sich gar nicht.

Mit Ländern, so stelle ich mir das zumindest vor, verhält es sich identisch. Es gibt einfach Orte auf dieser Welt, die einem auf Anhieb ein Gefühl von Nähe und Wohlbefinden vermitteln. Und das, obwohl man gar zu Anfang glaubte, sich bloß verlaufen oder verfahren zu haben. Obwohl man unwissender nicht hätte handeln können, als man seine erste Begegnung mit der neuen Geliebten machte.

Genau diese Unbekümmertheit ist es aber, die mir in Bezug auf die USA (leider) fehlt und die eine Liebe auf den ersten Blick schon mal unmöglich macht. Vielmehr muss ich sogar penibel darauf achten, dass ich zumindest den Blicken, die ich hier werfe, ein Stück weit mit Ignoranz begegne.

Durch das regelmäßige Zu-Papier-Bringen meiner Blicke (wenn ich das mit meinem Uni-Leben überhaupt in Einklang bringen kann) will ich aber nicht nur überprüfen, ob ich diesem Land gegenüber eine Leidenschaft entwickeln kann. Das wird sich am Ende von selber zeigen – davon bin ich überzeugt.

Eher sind es andere Aspekte, von denen ich will, dass sie beim Erstellen und Veröffentlichen von Beiträgen für mich eine herausgehobene Rolle spielen:

1. Menschen, die mich kennen und vielleicht auch ein wenig leiden können, sollen die Möglichkeit bekommen, sich über mein Wohlbefinden und meine Gedanken auf dem Laufenden zu halten.

2. Ich persönlich möchte in fernerer Zukunft nachvollziehen können, wie sich meine Einstellungen gegenüber den eigenen Impressionen verändert haben werden. Wie denke ich am Ende meiner Zeit in Philadelphia über das, was mir zu Anfang noch fremd vorkam?
Vielleicht schlummert ja auch in mir ein kleiner fast-food Junkie, der nur darauf wartet, endlich die Ketten seiner kontinental- bis südeuropäisch und asiatisch angehauchten Essgewohnheiten abzustreifen.

3. Zu meinen ganz persönlich Zielen gehört es, „das Leben nicht in Stille, gleich dem Vieh zu verbringen“, wie Sallust es so schön selbstverliebt formuliert hat. Das ist sicherlich ein hoher Anspruch, dem auch ich in meinem bisherigen Leben nicht genügend bis gar nicht Folge geleistet habe.